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Heilpädagogische Konzeption

Die belastenden Handlungsmuster der bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen deuten wir in ihrem Ursprung als Überlebensstrategien und damit als Handlungen »mit gutem Grund« aus Sicht der Kinder und Jugendlichen.

Durch positive, ressourcenorientierte Alltagserfahrungen und reflektierte Beziehungen mit Erwachsenen und Gleichaltrigen unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen bei ihrer Entwicklung eines positiven und stabilen Selbstwertes. Korrigierende und damit förderliche Bindungserfahrungen ermöglichen wir durch das Angebot verlässlicher heilpädagogischer Beziehungen. Stärkende Bindungserfahrungen zu den Herkunftsfamilien oder anderen Bezugspersonen unterstützen wir durch regelmäßige Kontakte, Besuche und Familiengespräche sowie familientherapeutische Settings.

Durch die Elemente Auftragsklärung, heilpädagogische und psychologische Diagnostik sowie Hilfe- und Erziehungsplanung gestalten wir die heilpädagogischen Prozesse in unserer Einrichtung. Als wesentliche Elemente für eine erfolgreiche heilpädagogische Prozessgestaltung sehen wir die entwicklungsangemessene Beteiligung der Kinder und Jugendlichen und ihrer Systeme an allen Entscheidungen. Eine abgestimmte professionelle Kooperation zwischen den Jugendämtern und uns als Anbieter ergänzt und flankiert diesen Prozess.

Der Gruppenalltag ist geprägt von Methoden der heilpädagogischen Gruppen- und Einzelarbeit, der Erlebnispädagogik, sportlichen, kreativen und musischen Elementen und einer angemessenen strukturierten Alltagsgestaltung. Der psychologisch-therapeutische Fachdienst der Einrichtung unterstützt den heilpädagogischen Hilfeprozess. Aggressive Verhaltensmuster begleiten wir dialogisch und deeskalierend, aber auch begrenzend nach PART© (Professional Assault Response Training).

Die Teams der Therapie-Intensiv- und Intensivgruppen bestehen aus fünf bis sieben Fachkräften mit unterschiedlichen heilpädagogischen und therapeutischen Qualifikationen. Durch Fortbildung, Fachberatung, Teamentwicklung und Supervision wird die Arbeit der Fachkräfte unterstützt und qualifiziert.

Die bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen besuchen nach Möglichkeit die umliegenden Schulen. Bei besonderen Bedarfen ist eine Beschulung in der Schulstation Grünau möglich, mit dem Ziel der schnellstmöglichen Integration in eine Förder- oder Regelschule. Eine Berufsausbildung im Rahmen der Jugendhilfe ist ebenfalls möglich.